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Algarve Wine Session 2026: Weinmesse, Masterclasses und Sommelier-Dinner

Algarve Wine Session 2026: Am 12. Oktober trafen im Hilton Vilamoura regionale Weingüter, Fachbesucher und Weinliebhaber aufeinander. Zwischen den Messeständen, zwei Masterclasses und dem Sommelier-Dinner mit Andressa Noitel von der Eviva Wine School zeigte sich, wie eng Wein und Gastronomie im Süden Portugals verbunden sind.


12. Oktober 2026 | Hilton Vilamoura | III Algarve Wine Session


Als Sommelier und Weinreisejournalist interessiert mich, wie Herkunft, Handwerk und regionale Küche zusammenhängen. Die Algarve Wine Session machte diese Verbindung greifbar: durch Gespräche mit den Winzern, die vertiefenden Verkostungen in den Masterclasses und das Dinner mit auf die Gerichte abgestimmten Weinen.

Besucher im Gespräch und bei der Weinverkostung an den Ständen der Algarve Wine Session 2026 im Hilton Vilamoura.

Probieren, nachfragen, ins Gespräch kommen: Begegnungen an den Ständen der Algarve Wine Session 2026.


Weinmesse: Menschen, Kultur und die Weingüter dahinter


An den Ständen ließen sich Etiketten vergleichen und die Produzenten direkt nach Herkunft und Machart ihrer Weine fragen. Lokale und internationale Rebsorten zeigten unterschiedliche Seiten der Algarve.

Buffet mit Käse, Aufschnitt, Brot und Trauben bei der Algarve Wine Session 2026 im Hilton Vilamoura.

Käse, Schinken, Wurst und Brot am Buffet der Algarve Wine Session sorgen für die nötige Verstärkung.

Quinta do Sol: Wein und Gastfreundschaft in Lagoa

Die Quinta do Sol verbindet in Lagoa Weinbau, Verkostungen und Übernachtungsmöglichkeiten. Am Messestand standen die Linien Voyager und Freyja im Mittelpunkt: Voyager Branco und Tinto 2025, Voyager Rosé 2024 sowie Freyja Reserva Tinto.

Vertreterin der Quinta do Sol mit Weinflasche und Sortiment am Messestand

Voyager und Freyja: die Weinauswahl präsentiert Alice Chang von der Quinta do Sol am Messestand.

Quinta dos Capinhas: Negra Mole und Moscatel aus Porches

Die Quinta dos Capinhas in Porches verbindet Weinbau mit Besuchen und Verkostungen auf dem Gut. Geschäftsführerin des Weinguts ist Sofia Saraiva. Auf der Messe wurde unter anderem Negra Mole präsentiert. Auf dem fotografierten Flaschentisch sind außerdem ein Branco 2025, Alicante Bouschet Reserva 2024 und ein Late Harvest aus Moscatel zu sehen. Der Betrieb tauchte im Tagesprogramm erneut auf: Sein Moscatel begleitete den süßen Abschluss der ersten Masterclass.

Die Weinberge liegen rund zwei Kilometer vom Atlantik entfernt. Die Meeresnähe mildert Temperaturspitzen, bringt aber auch Feuchtigkeit mit sich, die Pilzkrankheiten begünstigen kann. Zugleich stellt Quinta dos Capinhas auf biologischen Weinbau um. Sofia Saraiva hat diesen Schritt angestoßen, um langfristig die Vitalität der Weinberge zu stärken.

Vertreterin der Quinta dos Capinhas mit einer Weinflasche am Messestand

Weinvorstellung am Stand der Quinta dos Capinhas mit Sofia Saraiva

Flaschenauswahl mit Late Harvest, Weißwein, Negra Mole und Alicante Bouschet der Quinta dos Capinhas

Die Flaschenauswahl der Quinta dos Capinhas zeigt unterschiedliche Weinstile.

Convento do Paraíso: ein Sortiment mit unterschiedlichen Rebsorten

Convento do Paraíso ist mit der Quinta de Mata Mouros verbunden. Am Stand standen neben einem Rotwein des Jahrgangs 2018 auch Rosé, Sauvignon Blanc und Alvarinho zur Auswahl.

Weißweine, Rosé und Rotwein von Convento do Paraíso auf dem Verkostungstisch

Convento do Paraíso präsentierte Weißweine, Rosé und Rotwein nebeneinander.

Local Hero: Negra Mole als roter Faden

Negra Mole zog sich als roter Faden durch die Messe. Die traditionelle Rebsorte prägt die Identität der Algarve, lässt sich aber je nach Erzeuger und Ausbau unterschiedlich interpretieren. Ein Beispiel aus der Messeauswahl ist Morgado da Serra de Monchique und Negra Mole von ARVARD.

Flasche ARVAD Negra Mole Tinto 2025 aus der Algarve neben einem Glas Rotwein.

Negra Mole Tinto 2025 von ARVAD aus der Algarve.


Zwei Masterclasses: regionale Küche und die Vielfalt der Negra Mole


Die beiden Masterclasses vertieften unterschiedliche Aspekte der Messe. Lúcia Ribeiro stellte die Verbindung von Wein und Küche her. Gilmar Brito widmete sich anschließend der Rebsorte Negra Mole und ihren verschiedenen Interpretationen.

Teilnehmer einer Masterclass der Algarve Wine Session 2026 an gedeckten Verkostungstischen.

Blick ins Publikum einer Masterclass der Algarve Wine Session 2026.

Weinregion Algarve: Sonne, Atlantik und vielfältige Böden

Mehr als 3.000 Sonnenstunden im Jahr sind für Urlauber ein Versprechen, für Winzer zunächst eine Arbeitsbedingung. Die in der Masterclass gezeigten Folien erklärten das Terroir der Algarve als Zusammenspiel von Klima, Landschaft und menschlicher Erfahrung. Das mediterrane Klima bringt warme, trockene Sommer; der Atlantik wirkt ausgleichend. Die Gebirgszüge im Norden, darunter die Serra de Monchique, schirmen die Region gegen nördliche Winde ab. Dabei unterscheiden sich die Standorte: Der Sotavento östlich von Faro ist wärmer, der Barlavento im Westen stärker von maritimer Frische und Feuchtigkeit geprägt.

Auch unter den Reben gibt es keinen Einheitsboden. Die Präsentation stellte Ton- und Kalkböden im Barrocal, sandige Lagen etwa bei Tavira und Schiefer an einzelnen Berghängen gegenüber. Der Barrocal ist das Hügelland zwischen Küste und Gebirge. Die unterschiedlichen Böden beeinflussen unter anderem, wie Wasser gespeichert wird und abfließt. Welche Weine daraus entstehen, hängt ebenso von Rebsorte, Lage, Lesezeitpunkt und der Arbeit im Weinberg und Keller ab.

Der Rebsortenüberblick der Masterclass gab dafür eine erste Orientierung: Negra Mole wurde mit heller Farbe, leichten Gerbstoffen und reifer roter Frucht beschrieben, Crato Branco, auch Síria genannt, mit Zitrus- und tropischen Fruchtnoten. Castelão und Trincadeira ergänzen das rote Sortiment; Arinto und Moscatel Galego wurden für Frische beziehungsweise aromatischen Ausdruck hervorgehoben. Auch die internationale Sorte Syrah gehört zum Spektrum und wurde mit Würze und schwarzem Pfeffer verbunden. Solche Profile beschreiben mögliche Stilrichtungen, keine unveränderlichen Eigenschaften jeder Flasche.

Grundlage: fotografierte Präsentationsfolien „Masterclass Alma do Algarve“. Klima, regionale Unterschiede und Bodenvielfalt abgeglichen mit IVV und Wines of Portugal.

Terraços da Fóia: Riesling aus der Serra de Monchique

Ein konkretes Beispiel für diese Vielfalt stand auf der Messe: Terraços da Fóia Riesling 2025 von Sul Composto. Der Familienbetrieb von Carlos Gracias bewirtschaftet Reben bei Burgau am Meer und in der Serra de Monchique. Für Terraços da Fóia nutzt er laut Erzeugerwebsite die Quinta de São Francisco im Gebiet der Fóia: nach Norden ausgerichtete Terrassen auf bis zu 695 Metern Höhe und Böden aus Syenit. Neben Riesling entsteht hier auch ein Tinta Roriz.

Riesling an der Algarve ist für mich eine Sensation. Dieser Wein hat frische Säure, dezente Jodnoten und mit 11 % vol. angenehm wenig Alkohol. Die Sensorik erinnert mich stark an die Saar und die Mosel. Ein toller Wein.

Terraços da Fóia Riesling von Sul Composto mit gut lesbarem Etikett am Stand der Algarve Wine Session 2026.

Terraços da Fóia Riesling 2025 von Sul Composto: Vinho Regional Algarve aus der Serra de Monchique, laut Rückenetikett mit 11 % vol.

„Alma do Algarve: Vinhos & Gastronomia“ mit Lúcia Ribeiro

Die Küchenchefin Lúcia Ribeiro von Taberna by Lúcia führte durch die kulinarische Masterclass.

Der Blick auf die Küche der Algarve führte vom Meer ins Hinterland. Fisch und Meeresfrüchte, darunter Thunfisch und Gerichte aus der Cataplana, stehen für die Küste. Im Barrocal kommen Fleisch, Wild und Wurstspezialitäten hinzu. Eier, Mandeln und Johannisbrot prägen die süße Seite der Region. Die Folien zeigten damit auch den kulinarischen Hintergrund der Weinbegleitung: Eine Region hat mehr als eine Landschaft und mehr als einen Geschmack.

Vier Kombinationen zeigten, wie Lúcia Ribeiro die Weine mit regionaler Küche verband. Die Präsentationsfolien dokumentieren die Auswahl:

Lúcia Ribeiro erläutert die Weinbegleitung während der Masterclass „Alma do Algarve: Vinhos & Gastronomia“.
Teilnehmer und Präsentation während der Masterclass zu Wein und Gastronomie

Lúcia Ribeiro bei der Masterclass „Alma do Algarve: Vinhos & Gastronomia“. Die Veranstaltung verband Weinwissen mit kulinarischer Begleitung.

  • Dona Niza Crato Branco, Monte do Lobo: Bao mit Garnelen, hausgemachter Sweet-Chilli-Sauce, Orangenreduktion, Ananas-Chutney und Koriandersprossen.
  • Herdade Barranco do Vale Negra Mole Rosé: Thunfischtatar mit Leche de Tigre, Avocado in Blätterteig und Himbeergranité.
  • Edd’s Tinto Reserva 2018 aus Syrah und Touriga Nacional: Tiborna mit Wildschwein und Paprikamayonnaise.
  • Quinta dos Capinhas Moscatel Late Harvest: Mandelkuchen mit Johannisbrot-Crumble.

Am Dona Niza Crato Branco von Monte do Lobo bei Carvoeiro in Lagoa wurde die Idee konkret. Die Präsentation nannte ton- und kalkhaltige Böden, Meeresnähe sowie Ananas, Maracuja, lebhafte Säure und einen salzigen Eindruck als Merkmale des Weins. Dazu stellte Lúcia Ribeiro das Garnelen-Bao: Süße, Frucht und eine pikante Note sollten ein Gegengewicht zur Säure des Weins bilden. Diese Beschreibung gibt die Erläuterung der Masterclass wieder.

Zwei kleine Gerichte mit Weinglas während der Masterclass Alma do Algarve

Gerichte und Weinglas während der kulinarischen Masterclass.

Präsentationsfolie mit Edd’s Tinto Reserva 2018 und Speisenbegleitung

Edd’s Tinto Reserva 2018 und die dazu vorgestellte Speisenbegleitung auf der Präsentationsfolie.

„Negra Mole: A Casta que Conta a História do Algarve“ mit Gilmar Brito

Gilmar Brito leitete die zweite Masterclass. Fünf Negra-Mole-Weine bildeten die Grundlage, um sich mit der regionalen Rebsorte auseinanderzusetzen. Der Titel übersetzt die Idee bereits: eine Rebsorte, die die Geschichte der Algarve erzählt.

Gilmar Brito vor der Projektion zur Masterclass Negra Mole

Gilmar Brito bei „Negra Mole: A Casta que Conta a História do Algarve“.

Die direkte Gegenüberstellung machte Unterschiede zwischen Erzeugern und Ausbaustilen nachvollziehbar. Für Sommeliers und Restaurantteams ist das eine hilfreiche Grundlage für die spätere Weinberatung.


Sommelier-Dinner mit Andressa Noitel / Eviva Wine School


Am Abend ging es ins Restaurant Cilantro des Hilton Vilamoura. Nach dem Empfang folgte ein fünfgängiges Menü mit jeweils einem passenden Wein.

Blick in den Restaurantbereich mit gedeckten Tischen für das Sommelier-Dinner

Der Restaurantbereich des Cilantro vor dem Sommelier-Dinner.

Gedeckter Tisch mit Weingläsern und Menü beim Sommelier-Dinner

Gedeckte Tafel mit Menü und Gläsern für die Weinbegleitung.

Andressa Noitel mit der Menükarte beim Sommelier-Dinner der Algarve Wine Session 2026.

Andressa Noitel von der Eviva Wine School beim Sommelier-Dinner.

Andressa Noitel, Gründerin der Eviva Wine School an der Algarve, begleitete den Abend als Sommelière und Wine Educator. Zu jedem Wein erläuterte sie Herkunft, Geschichte und Eigenschaften.

Das Menü und seine Weinbegleitung

Fünf Gänge, fünf Weine: Das Menü in seiner Reihenfolge, jeweils mit der passenden Weinbegleitung.

In Zitrusfrüchten marinierte Makrele mit Escabeche, Avocado und Granny-Smith-Sauce.

1. Gang

In Zitrusfrüchten marinierte Makrele mit Escabeche, Avocado und Granny-Smith-Sauce.

Weinbegleitung:
Vinhas de Nexe Branco Reserva 2025.

Ochsenschwanzkrokette mit Kimchi und Garnelenemulsion.

2. Gang

Ochsenschwanzkrokette mit Kimchi und Garnelenemulsion.

Weinbegleitung:
Convento do Paraíso Rosé Touriga Nacional 2025.

Corvina-Roulade mit Jakobsmuscheln, Muscheln und Fingerlimette.

3. Gang

Corvina-Roulade mit Jakobsmuscheln, Muscheln und Fingerlimette.

Weinbegleitung:
Quinta do Francês Sauvignon Blanc 2024.

Hirschduo mit Pflaume, Süßkartoffelschaum und geräuchertem Salsify.

4. Gang

Hirschduo mit Pflaume, Süßkartoffelschaum und geräuchertem Salsify.

Weinbegleitung:
Cabrita Negra Mole Tinto 2025.

Schokoladenbonbon mit Kaffee und Gewürzen.

5. Gang

Schokoladenbonbon mit Kaffee und Gewürzen.

Weinbegleitung:
Quinta dos Capinhas Late Harvest 100 % Moscatel 2024.

Die fünf Weine zum Dinner

Die fünf Dinner-Weine der Algarve Wine Session 2026: Quinta do Francês, Convento do Paraíso, Vinhas de Nexe, Cabrita und Quinta dos Capinhas.

Von links nach rechts: Quinta do Francês Sauvignon Blanc 2024 (3. Gang), Convento do Paraíso Rosé Touriga Nacional 2025 (2. Gang), Vinhas de Nexe Branco Reserva 2025 (1. Gang), Cabrita Negra Mole Tinto 2025 (4. Gang) und Quinta dos Capinhas Late Harvest 100 % Moscatel 2024 (5. Gang).


Weiterlesen: Zu Besuch auf Quinta do Sol


Zur Algarve-Reise gehörten auch Besuche bei drei Weingütern. Nach der Begegnung auf der Messe führte mich einer davon zur Quinta do Sol. Dort traf ich Gründer Jan Skaaning, dessen Weg vom dänischen Dinkelanbau zum Weinbau an der Algarve führte.

Blick über den See auf das Haus und die Weinberge von Quinta do Sol an der Algarve.

Quinta do Sol: Blick über den See auf das Anwesen zwischen den Reben.

Zum vollständigen Bericht: Quinta do Sol, vom dänischen Dinkel zum Algarve-Wein.


Mein Fazit: Weinwissen wird am Tisch lebendig


Die Algarve wird als Weinregion noch immer unterschätzt, dabei haben ihre Winzer in den vergangenen Jahren konsequent an der Qualität gearbeitet und überzeugen heute auf einem bemerkenswert hohen Niveau. Zusammen mit der regionalen Küche, reichlich Sonne und einem vielseitigen touristischen Angebot sind das beste Voraussetzungen für eine große Zukunft im Weintourismus.

Meine Schlussfolgerung als WEINPILOT

Für eine Weinregion mit vielen Besuchern liegt darin eine Chance: Wer einen Wein versteht und ihn mit einer Begegnung oder einem Essen verbindet, nimmt mehr mit als den Namen auf dem Etikett. Genau diese Verbindung machte den Tag für mich interessant.

Sara Silva in der Mitte und André Gomes rechts auf einem Gruppenfoto bei der Algarve Wine Session 2026.

Sara Silva (Mitte), Präsidentin der Comissão Vitivinícola do Algarve, und André Gomes (rechts), Präsident des Turismo do Algarve, bei der Algarve Wine Session 2026.

Hinter der Algarve Wine Session steht die Comissão Vitivinícola do Algarve (CVA) unter ihrer Präsidentin Sara Silva. Die regionale Weinkommission organisiert das Treffen für Erzeuger, Gastronomie, Handel und Presse. Mit André Gomes, Präsident des Turismo do Algarve, war auch der regionale Tourismus vertreten.

Weitere Hintergründe: WEINPILOT-Bericht zur Pressekonferenz.

Weitere Informationen: Offizielles Programm der Algarve Wine Session · Eviva Wine School

Text und Fotos: Batin Mumcu | WEINPILOT.

Keywords: Algarve Wine Session 2026, Algarve Weinmesse, Negra Mole, Lúcia Ribeiro, Gilmar Brito, Andressa Noitel, Eviva Wine School, Wein und Gastronomie, Vilamoura

#WEINPILOT #AlgarveWineSession #VinhosDoAlgarve #NegraMole #Weintourismus

Weintourismus in Polen: Zu Gast bei Winnica Dębowe Szepty

Polnischer Wein muss sich längst nicht mehr hinter den bekannten europäischen Weinländern verstecken. Beim „Weekend Otwartych Winnic Pomorza Zachodniego“ öffnen die Weingüter Westpommerns ihre Tore, nicht in einer Messehalle, sondern dort, wo der Wein entsteht. Mein Weg führte mich zur jungen Familienkellerei Winnica Dębowe Szepty bei Dolice: zwischen Rebreihen, alten Bäumen, Gesprächen und einer bemerkenswert entspannten Form des Weintourismus.


Ein Weinfest, das sich über eine ganze Region verteilt


Vom 14. bis 16. August 2026 fand das „Weekend Otwartych Winnic Pomorza Zachodniego“ statt. Das Wochenende der offenen Weingüter in Westpommern. Der Veranstaltungsflyer führte 22 teilnehmende Betriebe auf. Jedes Weingut öffnete zu eigenen Zeiten und setzte eigene Schwerpunkte. Besucher konnten ihre Route deshalb individuell zusammenstellen und mehrere Weinorte miteinander verbinden.

Das ist der entscheidende Unterschied zu einer klassischen Weinmesse: Nicht die Flasche reist zum Publikum, sondern das Publikum zum Wein. Die Landschaft, die Menschen und die Arbeit im Weinberg werden Teil der Verkostung. Gerade für eine junge Weinregion ist dieses unmittelbare Erlebnis wertvoll. Westpommern präsentiert sich nicht als Kopie etablierter Regionen, sondern entwickelt eine eigene, angenehm unaufgeregte Identität.


Mein Ziel: Winnica Dębowe Szepty


Winnica Dębowe Szepty liegt in Ziemomyśl B in der Gemeinde Dolice, rund 24 Kilometer von Stargard entfernt. Wald, kleine Seen und sanfte Hügel prägen die Umgebung. Schon die Ankunft macht deutlich, weshalb der Wein hier nicht isoliert betrachtet werden kann: Der Weinberg ist Teil einer ländlichen Kulturlandschaft, die Ruhe ausstrahlt und dennoch voller Bewegung ist.

Rebzeilen der Winnica Dębowe Szepty bei Dolice in Westpommern
Die Rebzeilen von Winnica Dębowe Szepty bei Ziemomyśl B in Westpommern. Foto: Batin Mumcu

Eine junge Weingeschichte mit familiären Wurzeln


Die Geschichte des Weinguts begann 2021 mit einer Versuchsfläche von 0,3 Hektar. Verschiedene Rebsorten wurden angepflanzt, um herauszufinden, welche unter den örtlichen Bedingungen am besten gedeihen. Weniger als zwei Jahre später wurde die Fläche erweitert. Heute nennt der regionale Winzerverband 3,3 Hektar.

Hinter Dębowe Szepty steht eine Familie: Wojciech und Izabela sowie ihre Töchter Ola und Madzia. Landwirtschaft und Biotechnologie bilden den fachlichen Hintergrund; eine der Schwestern vertiefte ihr Wissen zusätzlich durch ein Studium der Önologie. Diese Verbindung aus landwirtschaftlicher Erfahrung, wissenschaftlicher Neugier und familiärer Zusammenarbeit passt erstaunlich gut zu einem Weingut, das noch am Anfang seiner Geschichte steht.

Der Name „Dębowe Szepty“ bedeutet sinngemäß „Flüstern der Eichen“. Er erinnert an einen mächtigen alten Eichenbaum auf dem Familiengrundstück, der die Kindheit der Schwestern begleitete und heute das Logo des Weinguts prägt. Das ist mehr als eine hübsche Herkunftsgeschichte: Der Baum verbindet Ort, Familie und Marke auf natürliche Weise.

Persönliche Gespräche der beiden Schwestern gehören bei Dębowe Szepty selbstverständlich zum Besuch. Foto: Batin Mumcu


Zwischen Rebreihen, Musik und Gesprächen


Während meines Besuchs wirkte Dębowe Szepty nicht wie eine für Gäste hergerichtete Kulisse. Die offene Weinbar, die Reben im Hintergrund, Live-Musik und die vielen Gespräche schufen eine Atmosphäre, in der sich Fachlichkeit und Gastfreundschaft nicht gegenseitig im Weg standen. Man konnte sich mit den Menschen hinter dem Projekt unterhalten, die Weine kennenlernen und anschließend ein paar Schritte durch den Weinberg gehen.

Zum dreitägigen Programm gehörten regionale Speisen, Musik, ein gemeinsames Feuer, ein abendlicher Film sowie Angebote lokaler Produzenten. Der Rückblick des Weinguts fasst das Wochenende treffend zusammen: Entscheidend waren nicht nur die Reben und Flaschen, sondern die Menschen, die miteinander Zeit verbrachten. Genau darin liegt die Stärke dieser Veranstaltungsform.


Rebsorten als Suche nach einer eigenen Handschrift


Die Rebfläche dient weiterhin auch der Beobachtung, welche Sorten sich am Standort langfristig bewähren. Angebaut werden unter anderem Cabernet Cortis, Chardonnay, Hibernal, Johanniter, Muscaris, Pinot Noir, Regent, Riesling, Seyval Blanc, Solaris und Souvignier Gris. Damit treffen klassische Rebsorten auf robuste, für kühlere Anbaugebiete interessante Neuzüchtungen.

Im Sortiment tragen die Weine Namen wie Quercus Elegans, Quercus Patterns, Quercus Mystica, Quercus Compositions und Quercus Harmonia. „Quercus“ ist der lateinische Name der Eiche – auch hier zieht sich die Geschichte des Ortes durch das gesamte Erscheinungsbild. Die Kollektion wirkt modern und eigenständig, ohne ihre Herkunft erklären zu müssen.

Weinauswahl der Winnica Dębowe Szepty beim offenen Weingutswochenende
Die Weinbar mit aktuellen Abfüllungen von Winnica Dębowe Szepty. Foto: Batin Mumcu

Warum dieses Wochenende mehr als ein Weinfest ist


Das Wochenende der offenen Weingüter zeigt, wie Weintourismus in einer noch jungen Region funktionieren kann. Kleine Betriebe werden sichtbar, Gäste entdecken ländliche Orte abseits der üblichen Reiserouten und regionale Produzenten profitieren voneinander. Statt eines austauschbaren Veranstaltungsformats entsteht ein Netzwerk aus individuellen Gastgebern.

Dieser Ansatz knüpft an meine bisherigen Beobachtungen zum grenzüberschreitenden Weintourismus an. Auch der Besuch der Winnica Pałacu Rajkowo nahe Stettin zeigte bereits, welches Potenzial polnische Weingüter für Genussreisen besitzen. Weitere Beiträge bündelt die WEINPILOT-Rubrik Weinreisen in Polen.


WEINPILOT-Fazit


Winnica Dębowe Szepty steht exemplarisch für eine neue Generation polnischer Weingüter: jung, familiär, lernbereit und eng mit ihrer Landschaft verbunden. Das Weekend Otwartych Winnic macht diese Entwicklung erlebbar. Wer Westpommern nur mit Ostsee, Seen und Städten verbindet, sollte künftig auch den Wein einplanen.

Adresse: Winnica Dębowe Szepty, Ziemomyśl B 7, 73-115 Dolice, Polen
Besuche: Führungen, Verkostungen und Einkauf nach den aktuellen Angaben des Weinguts
Weitere Informationen: Winnica Dębowe Szepty und Winnice Pomorza Zachodniego


Text und Bilder: Batin Mumcu / WEINPILOT. Der Beitrag enthält unbezahlte Werbung durch die Nennung und Verlinkung von Weingütern und Veranstaltern.

Drei Tage voller Verkostungen, Vorträge, Masterclasses und kultureller Highlights

Vinitaly and the City Sibari bot ein Programm, das weit über ein klassisches Weinfest hinausging. Drei Abende lang trafen sich in Süditalien im Archäologischen Park von Sibari internationale Weingüter, Sommeliers, Journalisten, Köche, Wissenschaftler und Weininteressierte aufeinander.

Vorträge | Masterclasses | Weintourismus – Eine Reise durch das authentische Kalabrien.

Die Fülle des Programms forderte Entscheidungen. Mehrere Bühnen und Themenbereiche liefen parallel. Gerade darin lag der Reiz: Man konnte zwischen fachlicher Vertiefung, persönlichen Gesprächen, regionaler Küche und in sommerlichen Festivalatmosphären verweilen.


Drei Tage Vinitaly and the City Sibari 2025


Drei Tage Chaos pur! Made in Italy, pronto

Jeder Veranstaltungstag setzte eigene Schwerpunkte. Der Freitag eröffnete den Blick auf Herkunft, Identität und neue Perspektiven für den Weinbau. Am Samstag rückten die großen Weinprofile Kalabriens und ihre geschichtlichen Wurzeln in den Mittelpunkt. Der Sonntag verband regionale Herkunft mit Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Tourismus und künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft. Und am Abend war Nonstop das Festivalprogramm zu bestreiten. So geht Italien! Alles andere ist wie Cappuccino direkt nach dem Lunch.

Gäste vor der Bühne von Vinitaly and the City in Sibari
Zwischen Fachprogramm und Festivalstimmung:
Begegnungen vor der Bühne in Sibari.
Local Grace Rosanna, Lugrippo – Luca Grippo und Weinpilot Batin Mumcu

Freitag: Herkunft, Aufbruch und die Weine des Südens


Nach der offiziellen Eröffnung begann das Programm mit Gesprächen über Landwirtschaft, Identität und Kooperation. Ein weiterer Schwerpunkt galt der Internationalisierung und dem Weintourismus als Motor für die Entwicklung ländlicher Räume. Auch die Gründung eines neuen Konsortiums zum Schutz des historischen Greco di Bianco DOP wurde vorgestellt.

Es gab diverse Masterclasses diese führten von charakteristischen kalabrischen Weißweinen über italienische Schaumweine nach traditioneller Methode und Top-Champagner Marken bis hin zu den klassischen Herkunftsgebieten der Champagne. Besonders spannend war der Blick auf neue Interpretationen des Gaglioppo und die Entwicklung von Cirò hin zur neuen DOCG in Italien.

Damit stand bereits am ersten Abend jene Frage im Raum, die das gesamte Festival begleitete:

„Wie kann eine junge Weinregion ihre Identität bewahren und zugleich zeitgemäß sein?„

Masterclass bei Vinitaly and the City Sibari
Fachlicher Austausch am Verkostungstisch während einer Masterclass in Sibari.
Batin Mumcu bei einer Masterclass in Sibari mit Sommelier
Batin Mumcu bei der Masterclass Schaumwein Verkostung, während ein Sommelier Wein dem Weinpiloten serviert.

In den Gesprächsformaten ging es außerdem um Roséweine, heroischen Weinbau, Berglagen sowie die Rolle der Frauen in der kalabrischen Weinkultur. Sensorische Spiele und Blindverkostungen lockerten das Fachprogramm auf und machten Weinwissen unmittelbar erlebbar.


Samstag: Gaglioppo, Cirò und Moscato di Saracena


Der zweite Tag stellte die stilistische Vielfalt Kalabriens besonders deutlich heraus. Die Masterclasses „Iconic Calabrian Wines“ und „Vini Reggini“ widmeten sich prägenden Weinen der Region. Greco, Bivongi und die griechisch geprägte Identität des äußersten Südens waren jedoch die Stars der Nacht.

Ein weiterer Höhepunkt war eine Vertikalverkostung des Moscato di Saracena, der als Slow-Food-Presidio zu den eigenständigsten Süßweinen Kalabriens gehört. Solche Verkostungen zeigen, dass die Region nicht auf ein einzelnes Herkunftsgebiet oder eine Rebsorte reduziert werden kann. Küste, Berge, historische Anbaumethoden und lokale Sorten ergeben ein vielfältiges Mosaik.

Auch die Geschichte des Weinbaus wurde ausführlich behandelt. Vorträge beschäftigten sich mit dem kalabrischen Rebsortenerbe, der frühen Verbreitung der Weinrebe sowie den Ursprüngen des Weinbaus in Enotria und Sibari. Die archäologische Umgebung verlieh diesen Themen eine besondere Glaubwürdigkeit. Geschichte wurde nicht abstrakt vermittelt, sondern am Ort ihrer Spuren diskutiert.

Kalabrische Weinberge an der Küste mit Blick auf das Ionische Meer
Weinberge zwischen kalabrischer Hügellandschaft und Ionischem Meer.

Sonntag: Herkunft trifft Kalabrische Spitzenweine


Am dritten Abend führte die Reise erneut durch die Weinlandschaften des Südens. Kalabrische Spitzenweine, Weißweine aus vulkanischen, höher gelegenen und maritimen Gebieten sowie die Terre di Cosenza DOP standen auf dem Programm. Ergänzt wurden sie durch einen sensorischen Rundgang durch die Olivenölregionen Kalabriens.

Gleichzeitig richtete sich der Blick nach vorn. Das Gespräch „Campi intelligenti“ thematisierte Robotik und künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft. Weitere Runden beschäftigten sich mit regionaler Kompetenz, Tourismus und digitalen Angeboten für die Sibaritide. Historische Themen wie die Pece Brettia und die Weinproduktion im antiken Kalabrien schlugen die Brücke zurück zur Archäologie.

Mit Gesprächen über die Verbindungen zwischen Kalabrien und Albanien erhielt das mediterrane Profil der Veranstaltung eine internationale Dimension. Wein erschien dabei als kulturelle Sprache, die Landschaften, Migration, Handel und gemeinsame Erinnerungen miteinander verbindet.


Regionale Küche mit Mozzarella und viel Olivenoel


Neben dem Wein spielt regionale Küche die tragende Rolle. Köche und Produzenten präsentierten Gerichte und Produkte aus unterschiedlichen Teilen Kalabriens. Themen wie Lieferketten, Biodiversität und die kulinarische Zukunft ländlicher Räume wurden nicht nur besprochen, sondern verkostbar gemacht.

Der Oil Bar widmete sich den Olivenölen der Region zur freien Verkostung, sensorische Analysen und ungewöhnliche Kombinationen mit Gelato, Mozzarella oder Cocktails zeigten die Bandbreite des kalabrischer Kochkunst. So entstand neben der Weinwelt ein zweiter Zugang zur Landwirtschaft und Esskultur der Region.

Teller mit kalabrischen Spezialitäten bei Vinitaly and the City in Sibari
Kalabrische Spezialitäten zwischen Wein, Olivenöl und regionaler Küche.
Teller mit herzhaften kalabrischen Spezialitäten bei Vinitaly and the City in Sibari
Herzhafte Spezialitäten zeigen die bodenständige Vielfalt der kalabrischen Küche.
Kalabrisches Pastagericht bei Vinitaly and the City in Sibari
Die Kalabrische-Küche war der Höhepunkt der Veranstaltung. So frisch so authentisch und so gut.
Gemeinsame Tafel und Begegnungen beim Vinitaly and the City in Kalabrien
Herzliche Begegnungen und Gespräche an der gemeinsamen Tafel der internationalen Weinjournalisten. Die Stimmung war sehr ausgelassen.

Fachprogramm und sommerliche Leichtigkeit


Vinitaly and the City Sibari 2025 verband fachliche Tiefe mit einem offenen Festivalcharakter. Im Social Garden trafen Produzenten und Besucher aufeinander.

Weinquiz | Blindverkostungen | Interviews | Chef Talks. Die Live-Sendungen und Konzerte auf diversen Bühnen mit DJ-Sets von Rai Radio 2 begleiteten die Abende jede Nacht.

Podium bei Vinitaly and the City in Sibari
Vorträge und fachlicher Austausch gehörten zum Programm.

Diese Mischung war entscheidend. Der Wein wurde zur Kulisse und noch blieb er einer kleinen Fachwelt vorbehalten. Damit erreichte das Festival unterschiedliche Zielgruppen, ohne seine inhaltliche Substanz zu verlieren.

Batin Mumcu im Gespräch mit einem Sommelier bei Vinitaly and the City
Weinpilot Batin Mumcu im persönlichen Austausch mit einem Sommelier.
Gespräch bei einer Verkostung während Vinitaly and the City in Sibari
VIP Area & persönliche Gespräche gehörten ebenso zum Festival wie die heißen Temperaturen noch weit nach Mitternacht.
Gäste im Gespräch bei Vinitaly and the City
Herzliche und persönliche Begegnungen prägten die drei Veranstaltungstage. Ciao Ragazzi!
Abendstimmung bei Vinitaly and the City in Sibari
Ausgelassene Abendstimmung auf dem Veranstaltungsgelände bei +35 Grad Nachttemperatur.

Kalabrien als Weinreiseziel


Nach drei Tagen blieb mein Eindruck dieser Weinregion stets authentisch und direkt. Kalabrien verfügt über historische Rebsorten, diverse Landschaften, starke kulinarische Traditionen und ein kulturelles Erbe von internationaler Bedeutung. In Sibari wurden diese Elemente nicht getrennt gezeigt, sondern als zusammenhängende Erzählung. Das hat mich sehr beeindruckt. Aber für ein klassisches Weinland ist es mir in tropischen Sommernächten auf Dauer viel zu heiß. Was mir sicherlich einige gestresste Reben bestätigen können.

Genau darin liegt jedoch auch die Stärke von Vinitaly and the City: Die Veranstaltung machte mich neugierig im Hinblick auf nachhaltige Weinkultur-Aspekte. Ich empfehle Ihnen Kalabrien zu erkunden, lokale Produzenten zu besuchen und die Region mit mehr Zeit, entschleunigt zu genießen.

Weitere Informationen und Verlinkungen um tiefer in das Thema einzutauchen: Das offizielle Programm von ARSAC Calabria. Zur Serie gehören außerdem Römische Villa von Casignana – Mosaike, Wein und Geschichte und Vinitaly and the City – Sibari.

Römische Villa von Casignana – Mosaike, Wein und Geschichte

Eine Weinverkostung zwischen römischen Mauern und kostbaren Mosaiken:

Mein Besuch in der Römischen Villa von Casignana gehörte zu den eindrucksvollsten Stationen meiner Kalabrienreise. Ich nahm an einer Führung durch die archäologische Fundstätte teil und verkostete dort authentische Weine der Region. Die Verbindung von Geschichte, Kunst und Weinkultur hat mich tief beeindruckt.

Casignana liegt in der Locride im Süden Kalabriens. Die Überreste der Villa erzählen vom luxuriösen Leben einer wohlhabenden römischen Familie. Gleichzeitig verweisen Amphorenfunde und Darstellungen in den Mosaiken auf eine mögliche Verbindung zum Weinhandel. So bekam die Verkostung an diesem Ort eine historische Dimension, die weit über das Glas hinausreichte.

Die Verbindung von Geschichte, Kunst und Weinkultur hat mich tief beeindruckt.

Batin Mumcu · WEINPILOT

Römische Villa von Casignana: Wo Wein auf Geschichte trifft


Bei einer Weinverkostung entscheidet normalerweise der Inhalt des Glases über den ersten Eindruck. In Casignana war es anders. Die archäologische Umgebung wurde selbst zu einem Teil der Erfahrung. Während ich die Weine probierte, befand ich mich an einem Ort, an dem möglicherweise bereits vor vielen Jahrhunderten Wein gehandelt und genossen wurde.

Nach Einschätzung der Archäologen gehörte die Anlage vermutlich einer bedeutenden Patrizierfamilie. Der außergewöhnliche Reichtum der verwendeten Materialien spricht für ihren hohen gesellschaftlichen Rang. Zahlreiche Fragmente römischer Amphoren und einzelne Motive der Mosaiken stützen die Vermutung, dass die Besitzer auch mit dem Weinhandel verbunden waren.


Eine luxuriöse Villa im Herzen der Locride


Die Villa entstand wahrscheinlich im 1. Jahrhundert n. Chr. auf einem Gebiet, das bereits in griechischer Zeit genutzt worden war. Ihre größte Blüte erreichte sie im 4. Jahrhundert. Die erhaltenen Räume lassen erkennen, wie repräsentativ der Landsitz einst gestaltet gewesen sein muss.

Die Anlage war nicht nur Wohnort, sondern Ausdruck von Wohlstand, Bildung und weitreichenden Handelsbeziehungen. Marmor aus verschiedenen Regionen des Römischen Reiches, aufwendige Bodenbilder und ein großzügiger Bäderkomplex machten den gesellschaftlichen Anspruch der Besitzer sichtbar.

Bäderkomplex der Römischen Villa von Casignana
Der erhaltene Bäderkomplex mit römischen Mauern und Mosaikböden.
Geometrischer Mosaikboden in der Römischen Villa von Casignana
Ein großflächiger geometrischer Mosaikboden der Villa.

Die Mosaike von Casignana


Besonders berühmt ist die Römische Villa von Casignana für ihre Mosaikböden. Sie zählen zu den bedeutendsten römischen Mosaiken Kalabriens. Stilistische Parallelen führen nach Nordafrika, vor allem in die Gebiete des heutigen Tunesiens und des antiken Tripolitaniens.

Die unterschiedlichen Ausführungen dokumentieren mehrere Bau- und Ausstattungsphasen. Ältere Böden bestehen aus weißen und grünen Mosaiksteinen. Spätere Arbeiten verwenden kleinere, farbige Tesserae und wirken dadurch feiner und differenzierter. Diese Entwicklung lässt sich bei der Führung unmittelbar nachvollziehen.

Mich beeindruckte nicht nur die handwerkliche Präzision. Die Mosaiken vermitteln ein Gefühl für den ästhetischen Anspruch der Menschen, die hier direkt am Meer lebten. Trotz ihres Alters besitzen Farben, Formen und Kompositionen noch immer eine erstaunliche Präsenz.

Figürliches römisches Mosaik in Casignana
Detail eines figürlichen Mosaiks aus der Römischen Villa von Casignana.
Freigelegte Mosaike in der archäologischen Fundstätte Casignana
Freigelegte Mosaikflächen innerhalb der archäologischen Fundstätte.

Calidarium, Tepidarium und Frigidarium


Ein zentraler Bestandteil der Villa war der Bäderkomplex. Seine Raumfolge entsprach der klassischen römischen Badekultur. Das Calidarium war beheizt, das Tepidarium diente als temperierter Übergangsraum und das Frigidarium sorgte für die Abkühlung.

Auch diese Räume waren reich ausgestattet. Neben den Mosaiken gab es Marmorintarsien und Wandverkleidungen aus kostbarem Stein, der aus weit entfernten Gebieten Asiens und Afrikas stammte. Die Ausstattung zeigt, wie eng die Locride mit den wirtschaftlichen und kulturellen Netzwerken des Römischen Reiches verbunden war.


Eine zufällige Entdeckung im Jahr 1963


Die Villa blieb über viele Jahrhunderte verborgen. Erst 1963 kamen bei Arbeiten für eine Wasserleitung zufällig Teile des Gebäudes und erste Mosaikböden ans Licht. Danach begann die zuständige archäologische Behörde mit der systematischen Untersuchung des Bäderbereichs.

Dass ein Fund von dieser Bedeutung durch Bauarbeiten entdeckt wurde, gehört zu den faszinierenden Wendungen der Archäologie. Unter einer scheinbar gewöhnlichen Landschaft lag ein außergewöhnliches Zeugnis römischer Wohn- und Lebenskultur.


Die Führung durch die archäologische Fundstätte


Die Führung half mir, aus einzelnen Mauern und Böden wieder eine zusammenhängende Villa entstehen zu lassen. Erst durch die Erklärung der Raumfunktionen, der Materialien und der verschiedenen Bauphasen wurde die ursprüngliche Dimension der Anlage verständlich.

Gleichzeitig blieb genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft. Archäologische Orte wirken besonders stark, wenn sie nicht nur Daten vermitteln, sondern eine Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen. In Casignana gelang genau das.


Weinkultur zwischen Antike und Gegenwart


Die Umgebung von Casignana ist bis heute Weinland. In der Region wird unter anderem der traditionsreiche Greco di Bianco erzeugt. Die Verbindung zwischen der modernen Verkostung, den Amphorenfunden und der vermuteten Handelstätigkeit der römischen Besitzer machte den Besuch für mich als Sommelier und Weinreisejournalist besonders wertvoll.

Kalabrische Weine bei der Verkostung in der Villa von Casignana
Kalabrische Weine vor der Kulisse der römischen Ausgrabungen.
Vorbereitete Weinverkostung in der Römischen Villa von Casignana
Die vorbereitete Verkostung zwischen den Mauern der antiken Villa.
Weinpräsentation bei der Verkostung in Casignana

Genau solche Orte zeigen, warum eine Weinreise immer auch eine Reise durch Geschichte und Kultur ist.

Batin Mumcu · WEINPILOT

Wein erschien hier nicht als isoliertes Produkt. Er wurde zum Teil einer langen Kulturgeschichte, geprägt von Landwirtschaft, Handel, Gastlichkeit und Genuss. Genau solche Orte zeigen, warum eine Weinreise immer auch eine Reise durch Geschichte und Kultur ist.


Auftakt meiner dreiteiligen Kalabrien-Serie


Die Römische Villa von Casignana bildet den Auftakt meiner dreiteiligen Serie über die Kalabrienreise 2025. Weitere Beiträge widmen sich Vinitaly and the City – Sibari sowie drei Tagen voller Verkostungen, Vorträge, Masterclasses und kultureller Höhepunkte.

Weitere Informationen: Turismo Reggio Calabria: Römische Villa in Casignana.


Der Artikel „Römische Villa von Casignana ist ein Blogartikel von Batin Mumcu für Weinpilot.com und enthält unbezahlte Produktwerbung.

Bolgheri Weintourismus


Bolgheri & Weintourismus: „Eine exklusive Weinreise zwischen Sassicaia, Meer und mediterraner Lebensart„


Traumhaft schöner Sonnenuntergang auf der Terrasse bei La Ceserina im Bolgheri Hinterland.


Ein natürliches Amphitheater aus sanften Hügeln, mediterranen Wäldern und dazu der permanente Blick auf das glitzernde Tyrrhenische Meer:

„Bolgheri ist eine Weinregion, die man nicht einfach besucht, man erlebt sie mit allen Sinnen“ (Zitat: Weinpilot)

Die toskanische Küstenlandschaft rund um die Gemeinde Castagneto Carducci hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Reiseziele für internationale Weinliebhaber entwickelt. Hier treffen außergewöhnliche Natur, historische Weintraditionen, Spitzenweine und eine moderne Form des Weintourismus aufeinander.

Als Weinreise-Journalist durfte ich diese außergewöhnliche Region intensiv kennenlernen und hinter die Kulissen einer Weinlandschaft blicken, die weltweit für Ikonen wie Sassicaia und Ornellaia bekannt ist. Dabei wurde mir deutlich: Der Erfolg von Bolgheri basiert nicht nur auf großen Weinen, sondern vor allem auf den Menschen, den Geschichten und den authentischen Erlebnissen, die diese Region für Besucher bereithält.

Über professionelle Weintourismus-Netzwerke erhielt ich diese besondere Einladung, Bolgheri aus einer ganz persönlichen Perspektive zu entdecken. Das Programm führte mich zu historischen Kellern, renommierten Weingütern, exklusiven Verkostungen und kulinarischen Erlebnissen zwischen Weinbergen und Meer.

Diese Reise zeigte mir eindrucksvoll: Bolgheri ist heute eine der spannendsten Wein und Tourismus Destinationen für anspruchsvolle Weinreisende in Italien. Aber überzeugen Sie sich selbst in meinem Artikel: „Bolgheri & Weintoursimus“ vom Zusammenspiel spektakulärer Natur und weltberühmten Weingütern in der Gemeinde Castagneto Carducci in der wunderschönen Toskana.

Los geht´s!


Bolgheri: Wo Weinberge auf das Tyrrhenische Meer treffen


Die besondere Faszination dieser Region beginnt mit ihrer Landschaft. Die Weinberge liegen eingebettet zwischen der toskanischen Küste und den sanften Hügeln des Hinterlandes. Das Zusammenspiel aus Meeresnähe, mediterranem Klima und vielfältigen Böden schafft ideale Bedingungen für internationale Rebsorten.


Bolgheri_Weintourismus_Weinpilot

Der Blick von der Tenuta Argentiera auf das Tyrrhenische Meer zeigt die Vielfalt dieser Region.


Das Gebiet der Bolgheri DOC befindet sich in der Gemeinde Castagneto Carducci und umfasst insgesamt 11.734 Hektar. Davon sind 1.379 Hektar mit Weinreben bepflanzt. Die wichtigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon mit 37,5 Prozent, Merlot mit 25,6 Prozent und Cabernet Franc mit 22,8 Prozent.

Die Landschaft ist geprägt von einem außergewöhnlichen Verhältnis zwischen Natur und Landwirtschaft: Rund 54 Prozent der Fläche bestehen aus Wald, 15 Prozent aus Weinbergen und 10 Prozent aus Olivenhainen. Diese Balance macht Bolgheri nicht nur zu einer bedeutenden Weinregion, sondern auch zu einem einzigartigen Naturerlebnis.

Genau diese Verbindung aus Wein, Landschaft und Lebensqualität ist die Grundlage für den modernen Weintourismus in Bolgheri.


Vom Küstengebiet zur internationalen Weinlegende


Die Geschichte Bolgheris ist eng mit der Entwicklung großer Visionen verbunden. Schon die Etrusker und später die Römer prägten diese Region. Über Jahrhunderte beeinflussten Familien wie die Della Gherardesca die Entwicklung dieser Landschaft.


Die wohl berühmteste Tenuta San Guido wirkt wie ein Magnet für alle Weinfreunde und Bolgheri Touristen.


Der internationale Durchbruch begann jedoch mit einer neuen Idee: der Kultivierung französischer Rebsorten an der toskanischen Küste. Die Tenuta San Guido und der Sassicaia veränderten die Wahrnehmung italienischer Spitzenweine nachhaltig. Aus einem lokalen Experiment entstand einer der berühmtesten Weine der Welt.


Der Weinpilot zu Besuch in der berühmten Tenuta San Guido in der Toskana Bolgheri.


Auch die rechtliche Anerkennung entwickelte sich Schritt für Schritt:

  • 1983 erhielt Bolgheri die DOC-Anerkennung für Weiß- und Roséweine.
  • 1994 folgte die DOC-Regelung für Rotweine.
  • 1995 wurde das Consorzio gegründet.
  • 2013 erhielt Bolgheri Sassicaia eine eigene DOC-Regelung.

Heute steht Bolgheri weltweit für Eleganz, Qualität und die erfolgreiche Verbindung von Tradition und Innovation.


Meine persönliche Weinreise durch Bolgheri: War auch eine Begegnungen mit den Menschen hinter den Weinen


Der wahre Charakter einer Weinregion zeigt sich nicht nur im Glas, sondern vor allem durch die Begegnungen vor Ort. Diese beschreibe ich gerne als gelebte Weinkultur. Genau aus diesem Grund spielt der Weintourismus in Bolgheri eine so wichtige Rolle. Diese Philosophischen-Gedanken kamen mir beim Dinner zum Sonnenuntergang auf der Terrasse bei La Cesarina


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Beim Dinner zum Sonnenuntergang auf der Terrasse bei La Cesarina fällt der Blick auf das Wesentliche


Castello Bolgheri: Geschichte im historischen Fasskeller


Zu Gast im Castello Bolgheri bei Federico Zileri Dal Verme und seinem beeindruckenden Weinkeller im Schloss.


Eine meiner ersten besonderen Stationen in der Region war der Besuch im Castello Bolgheri beim Weingut Präsidenten Federico Zileri Dal Verme. Zwischen historischen Mauern und beeindruckenden Fassanlagen wurde in meinem Interview mit dem Präsidenten deutlich, wie eng Geschichte und Weinbau in dieser Region miteinander verbunden sind.


Nach exklusiver Verkostung im historischen Fasskeller und einen tiefen Einblick in die Philosophie des Weinguts, folgte anschließend ein besonderes Dinner in der zum Schloss angrenzenden Enoteca Tognoni. Ein Erlebnis, bei dem Wein, regionale Küche und Atmosphäre perfekt miteinander verschmolzen.


Tenuta San Guido: Eine Begegnung mit der Legende Sassicaia


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Ein Höhepunkt meiner Reise war neben der Masterclass im Headquarter der Tenuta San Guido die Verkostung der Jahrgänge 2022 und 2023 der aktuellen Premium Kollektion der DOC Bolgheri Sassicaia. Spannend auch die Geschichte hinter einem der bekanntesten italienischen Weine kennenlernen.

Der Bolgheri Sassicaia DOC besitzt weltweit eine Sonderstellung erklärte mir der Directore der Bolgheri DOC Daniele Parri. Die Trauben stammen aus einem klar definierten Gebiet nahe Bolgheri, der Wein besteht zu mindestens 80 Prozent aus Cabernet Sauvignon und muss mindestens zwei Jahre reifen, davon mindestens 18 Monate in 225-Liter french barriques.

Eine Besonderheit: Alle Weinberge des Sassicaia befinden sich im Besitz der Tenuta San Guido wie mir der Direttore Generale & CEO Carlo Paoli im Interview bestätigte. Damit gilt Bolgheri Sassicaia als einzige italienische Monopole-Appellation.


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MyDegustation Notes:

2022 Sassicaia San Guido DOC Bolgheri Sassicaia

Trotz Belüftung und Öffnung der Rotwein Flasche im Vorfeld, in angenehmer Raumtemperatur, präsentierte sich der 2022er Jahrgang noch eher bedeckt und verschlossen. Die Premium Qualität zeigte sich jedoch durch einen vollen Mundraum und fasettenreicher Komplexität am Gaumen. Fruchtnoten von edler Kirsche in Kombination mit Waldnoten dazu balsamisch ätherischen Kräuter wie Minze, Salbei und Eukalyptus beeindruckten mit dezenter Vanille Note, bedingt durch die Fasslagerung, im endlosen Finale. Dieser Rotwein hat sehr viel Potential und braucht noch einige Jahre Flaschen-Reifezeit um sein volles Potential auszuspielen.


Elene Brachini (Head of Communication), Alessio Bartolomei (Celler Master), Matilde Gentili (Winemaker), Carlo Paoli (CEO & Winemaking Director). Herzhaftes Dinner mit 2023 Sassicaia San Guido in der Tat ein Perfect Match!


Argentiera Winery: Moderne Architektur und mediterraner Genuss


Die Tenuta Argentiera zeigte mir eine weitere faszinierende Facette von Bolgheri. Bei einer geführten Tour durch das Weingut mit der Verkaufsleiterin der Vinothek Isabelle Benedetti erhielt ich einzigartige Einblicke in die spannende Weingut Arbeit die hinter den besonderen Weinen steht. Ein anschließender Light Lunch mit moderierter Verkostung durch den Weingut Direktor Rapsini Leonardo machte deutlich, wie stark hier Weinkultur, Terroir und mediterraner Lebensstil miteinander verbunden sind.


Der Blick über die Argentiera Weinberge in Richtung Küste mit der Vulkaninsel Capri im Hintergrund, vermittelt genau dieses Gefühl, welches Bolgheri so besonders macht: eine perfekte Verbindung von Natur und Genuss.



Mit der Führung durch das Weingut und einem kurzen Besuch im Weinkeller, verzauberte mich das Weingut Argentiera im Anschluss zusätzlich mit einem genialen light Lunch, zu dem ich die aktuellen Jahrgänge verkosten konnte.


Cantina Grattamacco: Die Vielfalt von Bolgheri entdecken


Bei Grattamacco durfte ich eine weitere Facette dieser Weinregion kennenlernen. Besonders beeindruckend waren die hochwertigen Weißweine der Cantina, die zeigen, dass Bolgheri weit mehr zu bieten hat als seine berühmten Premium Rotweine.


Diese landschaftliche Vielfalt macht die Region für Weinreisende besonders spannend: Jeder Besuch eröffnet neue Perspektiven erzählte mir Michela Bartalini die als Estate Representative für das Weingut Grattamacco tätig ist.


MyDegustation Notes:

2024 Vermentino Cantina Grattamacco DOC Bolgheri

Flüssiges Gold! Beim Blick in das Weißweinglas beeindruckt mich der Glanz von Goldener Farbe. Dieser Weißwein ist bedingt durch seine frische Säure eigentlich mehr einem kontinentalen cool Klima einzuordnen. Um so überraschender das hier im mediterranen Raum solche Ergebnisse erzielt werden. Ein Blick auf das Landschaftsbild macht klar: der Einfluss von Wald und frischer Meeresbrise sorgt für eine knackige Säure im Wein. Die Rebsorte Vermentino kennt genau sein Terroir und zeigt sich in diesem Weißwein von seiner schönsten Seite. Frucht und Süße sind hier perfect ausbalanciert und lassen keine Fragen offen diesen Wein als Premium Produkt zu klassifizieren.

Bolgheri_Weinpilot Artikel

Perfect Wine & Food Match!

Der 2024er Vermentino von der Cantina Grattamacco passt hervorragend zu den handgemachten Ravioli italienischer Hausfrauen-Art, die mit Ricotta und Spinat gefüllt sind, und sich am Gaumen zu einer dritten himmlischen Dimension in Hinblick auf die Sensorik entfaltet.


Die Cantina Grattamacco Kollektion, hat mich mehr als beeindruckt. Und ist somit meine Bolgheri Neuentdeckung.


Naturerlebnis und Kulinarik: Mehr als nur Wein


Ein moderner Weintourismus lebt nicht allein von Verkostungen. Er verbindet Wein mit Landschaft, Kultur und regionaler Küche. Eine geführte Wander-Tour durch die küstennahen Weinberge mit Vogelbeobachtungen im Padule Bolgheri Natural Reserve zeigten mir zusätzlich die außergewöhnliche und beeindruckende Naturvielfalt dieser besonderen Region.


Das Padule di Blgheri Wildlife Refuge in der Toskana Bolgheri ist Italiens erstes privates Naturschutzgebiet. Die über 500 Hektar große WWF-Oase liegt in der Gemeinde Castagneto Carducci und bietet Sümpfe, Wälder und Dünen, die ein Lebensraum für mehr als 250 Vogelarten und seltene Säugetiere sind.


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Den perfekten Abschluss meiner Weintourismus Reise bildeten diverse Gourmet-Erlebnisse am Meer, beispielsweise ein Dinner bei Sonnenuntergang im Santa Lucia Beach Restaurant. Hier wird spürbar, warum Bolgheri für viele Besucher zu einer unvergesslichen Reiseerfahrung wird.


Mein Fazit: Bolgheri ein internationales Vorbild für Weintourismus


Die Entwicklung der Region zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich moderner Weintourismus funktionieren kann. In den vergangenen drei Jahren wurden durchschnittlich rund sieben Millionen Flaschen Bolgheri DOC produziert. Das Konsortium zählt 77 Mitgliedsbetriebe. 56 Prozent der Weine werden exportiert, 44 Prozent bleiben auf dem italienischen Markt. Ein gigantisches Potential wenn alle modernen Weintourismus Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind.

„Eine genaue Statistik über die Anzahl der jährlichen Weintouristen die Bolgheri besuchen wird aktuell nicht separat ausgewiesen. Die Entwicklung der Region zeigt jedoch eindrucksvoll, welchen Stellenwert der Weintourismus inzwischen in der Küstenregion besitzt und Weinliebhaber aus aller Welt magisch anzieht. 


Campastrello Sport Resort war die Basis Location während meiner Bolgheri Weinreise.


Was ist entscheidend für den Erfolg?

Die wichtigsten internationalen Märkte für Bolgheri sind unter anderem die USA, Schweiz, Deutschland, Kanada, Großbritannien und Japan. Entscheidend für den Erfolg, ist die Fähigkeit, Besuchern authentische Geschichten zu vermitteln: die Menschen hinter den Weinen, die Landschaft, die Traditionen und die italienische Leidenschaft für Qualität zu unterstreichen.


Schlussbemerkung: Bolgheri muss man erleben


Meine Reise durch Bolgheri hat gezeigt, dass diese Region weit mehr ist als die Heimat berühmter Weine. Hier entsteht ein einzigartiges Gesamterlebnis aus Spitzenwein, mediterraner Landschaft, kulinarischem Genuss und persönlicher Begegnung.


Bolgheri_Weintourismus_Weinpilot

Bolgheri gehört ganz klar zu den faszinierendsten Weintourismus Zielen auf diesem Planeten.


Für Weinliebhaber die Italien authentisch entdecken möchten, gehört Bolgheri definitiv zu den faszinierendsten Weintourismus zielen Europas. | Text und Bilder: Batin Mumcu



Bolgheri_Weinpilot Artikel

BIO Prof | Batin Mumcu The Weinpilot Batin Mumcu is a Berlin-based international wine travel journalist, sommelier, and founder of the media platform www.weinpilot.com With over 1.2 million annual readers and a global industry network, he specializes in wine, gastronomy, tourism and event destination storytelling. He is a published author, international wine judge, and member of professional press associations. Mr. Mumcu brings deep expertise at the intersection of journalism, tourism, hotel and premium lifestyle content. Any questions? Just send an email: moc.tolipniew@ucmum.nitab


WEINPILOT YouTube Video Interviews aus Bolgheri 2026

WEINPILOT Interviews aus Bolgheri 2026 mit Carlo Paoli, Elena Brachini, Michela Bartalini, Leonardo Raspini, Federico Zileri Dal Verme und Daniele Parri
WEINPILOT-Interviewpartner aus Bolgheri 2026 (oben von links): Carlo Paoli, CEO & Winemaking Director der Tenuta San Guido; Elena Brachini, Head of Image & Communication der Tenuta San Guido; Michela Bartalini, Estate Representative von Grattamacco. Unten von links: Leonardo Raspini, General Manager der Tenuta Argentiera; Federico Zileri Dal Verme, Eigentümer des Castello di Bolgheri; Daniele Parri, Direktor des Consorzio per la Tutela dei Vini DOC Bolgheri e DOC Bolgheri Sassicaia.

Dieser Artikel ist ein Blog Artikel mit Text und Bildern von Batin Mumcu für www.weinpilot.com und wurde im Rahmen der Initiative Promo.Vi.To. (Associazione per la Promozione del Vino Toscano) realisiert. Das Projekt wird im Zuge der Maßnahme SRG10 ANNO 2023 zur „Förderung von Qualitätsprodukten“ kofinanziert durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), die Europäische Union, die Repubblica Italiana sowie die Region Toscana (Entwicklung des ländlichen Raums der Toskana 2023–2027).

Die Qualität und Vielfalt dieser geschützten Ursprungsbezeichnungen wird getragen von den starken toskanischen Schutzkonsortien, zu denen unter anderem gehören:

Hier noch eine Wein Tourismus Empfehlung der Region die mir das Internet empfohlen hat:


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