Vinitaly and the City Sibari verwandelte den Archäologischen Park von Sibari vom 18. bis 20. Juli 2025 in eine außergewöhnliche Bühne für Wein, Kulinarik und Kultur. Die zweite Ausgabe der kalabrischen Veranstaltung verband drei Abende lang Verkostungen, Vorträge, Meisterkurse und kulturelle Höhepunkte mit der Geschichte eines der bedeutendsten Orte der Magna Graecia.
Meine Reise nach Kalabrien führte mich damit nicht in eine klassische Messehalle, sondern an einen Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise begegnen. Zwischen archäologischen Spuren, mediterraner Landschaft und den Weinen der Region wurde deutlich, wie eng Genuss, Herkunft und kulturelle Identität miteinander verbunden sind.
Wein trifft auf die Geschichte von Sibari
Der Archäologische Park von Sibari war weit mehr als eine eindrucksvolle Kulisse. Die antike Stadt Sybaris galt einst als wohlhabendes Zentrum der griechischen Welt. Ihr Name wurde zum Sinnbild für eine kultivierte, genussvolle Lebensart. Gerade deshalb passte dieser Schauplatz so überzeugend zu einem Festival, das Wein nicht nur als Getränk, sondern als Teil von Geschichte, Landschaft und gesellschaftlicher Kultur präsentierte.
Während der Veranstaltung öffnete auch das Archäologische Nationalmuseum der Sibaritide zu verlängerten Zeiten und bei freiem Eintritt. Besucher konnten so den Rundgang durch das Museum mit den Verkostungen und Veranstaltungen im Park verbinden. Dem Archäologischen Park und seiner besonderen Atmosphäre widmet WEINPILOT einen eigenen Beitrag innerhalb dieser Kalabrien-Serie.

Vinitaly and the City Sibari als Bühne für Kalabriens Wein
Im Mittelpunkt standen die Weine Kalabriens. Mehr als 80 Weingüter aus allen Provinzen und den wichtigsten Herkunftsgebieten der Region präsentierten ihre Arbeit an eigenen Ständen. Ergänzt wurde das Angebot durch Destillate, Amari und Liköre sowie durch nationale und internationale Gemeinschaftspräsentationen.
Das Format brachte Produzenten, Fachleute und Weininteressierte unmittelbar miteinander ins Gespräch. Statt anonymer Verkostung entstand ein lebendiger Austausch über Rebsorten, Herkunft, Stilistik und die Zukunft des Weinbaus. Gerade für eine Region, deren Weinvielfalt außerhalb Italiens noch immer zu wenig bekannt ist, bot Vinitaly and the City Sibari eine wichtige Plattform.

Drei Abende voller Verkostungen, Vorträge und Meisterkurse
Das Programm reichte von kommentierten Weinproben und Meisterkursen bis zu Gesprächen über Landwirtschaft, regionale Identität, Kooperation, Export und Weintourismus. Auch der historische Greco di Bianco und charakteristische kalabrische Weißweine erhielten eigene thematische Räume. So konnten Besucher nicht nur probieren, sondern Zusammenhänge verstehen und den Menschen hinter den Weinen begegnen.


Die Veranstaltung öffnete an allen drei Tagen am frühen Abend und dauerte bis tief in die Nacht. Diese Dramaturgie verlieh dem Festival eine entspannte Atmosphäre. Mit zunehmender Dunkelheit rückten Wein, Musik und die archäologische Umgebung immer enger zusammen. Aus einer Verkostung wurde ein kulturelles Erlebnis.


Masterclass in Sibari: fachlicher Austausch am Verkostungstisch und Batin Mumcu im Gespräch mit dem Sommelier.
Kalabrien auf dem Teller
Auch die Küche gehörte selbstverständlich zum Gesamtbild. Mehr als 30 Köche, Produzenten und kulinarische Handwerker waren in den Themenbereichen „La Calabria nel Piatto“, „Agorà GAL“ und „Sapori di Calabria“ vertreten. Regionale Spezialitäten machten nachvollziehbar, wie sich Produkte, Landschaft und Tradition gegenseitig prägen.
Gerade diese Verbindung ist für Weinreisende entscheidend. Ein Wein erschließt sich oft erst vollständig im Zusammenspiel mit der Küche seines Herkunftsortes. In Sibari konnte man Kalabrien deshalb nicht nur im Glas, sondern auch auf dem Teller entdecken.

Ein Wein erschließt sich oft erst vollständig im Zusammenspiel mit der Küche seines Herkunftsortes.
Batin Mumcu · WEINPILOT
Mehr als eine Weinveranstaltung
Vinitaly and the City ist das offizielle Publikumsformat im Umfeld der international bekannten Weinmesse Vinitaly. In Sibari zeigte sich, welches Potenzial in der Verbindung von Wein, Archäologie, Musik, Gastronomie und Tourismus liegt. Das Ereignis machte aus einem historischen Ort einen offenen Begegnungsraum und aus regionalen Produkten Botschafter einer ganzen Landschaft.
Für Kalabrien ist diese Form der Präsentation besonders wertvoll. Die Region besitzt eigenständige Weintraditionen, eine vielfältige Küche und ein außergewöhnliches kulturelles Erbe. Werden diese Elemente gemeinsam erzählt, entsteht ein Reiseanlass, der weit über einen einzelnen Verkostungstermin hinausreicht.
Mein Eindruck von Vinitaly and the City Sibari
Die besondere Qualität der Veranstaltung lag für mich in ihrer Verbindung der Gegensätze. Fachliche Inhalte trafen auf sommerliche Leichtigkeit, jahrtausendealte Geschichte auf zeitgenössische Weinkultur, regionale Verwurzelung auf internationale Perspektiven. Genau diese Spannweite machte Sibari zu einem überzeugenden Ort für die Präsentation des kalabrischen Weins.

Dieser Beitrag bildet den Auftakt zu meiner Kalabrien-Serie. Es folgen ein eigener Artikel über den Archäologischen Park von Sibari sowie ein ausführlicher Reisebericht über drei Tage voller Verkostungen, Vorträge, Meisterkurse und kultureller Höhepunkte.
Weitere Informationen: ARSAC Calabria: Vinitaly and the City 2025 und Archäologischer Park von Sibari.






