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Als Weinjuror in Lissabon: Campo Pequeno und Portugals Weinkultur

Lissabon öffnet nicht nur den Blick auf den Tejo, sondern auch auf die erstaunliche Vielfalt der portugiesischen Weinwelt.

Im Jahr 2014 reise ich zum zweiten Mal nach Lissabon. Dieses Mal steht nicht allein die Stadt im Mittelpunkt. Als Weinjuror bin ich zu einer Bio-Messe im Campo Pequeno eingeladen. In der historischen Arena begegne ich Produzentinnen und Produzenten, verkoste Weine und Lebensmittel und diskutiere über Herkunft, Nachhaltigkeit und die Zukunft portugiesischer Rebsorten.

Der folgende Bericht verbindet persönliche Reiseerinnerungen mit einer fachlichen Einordnung. Wer zuvor die Stadt selbst entdecken möchte, findet im WEINPILOT-Stadtführer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon.


Lissabon 2014: als Weinjuror im Campo Pequeno


Bei meinem zweiten Besuch in Lissabon erlebe ich die Stadt noch unmittelbarer. Die Menschen begegnen mir offen, hilfsbereit und international. Von vielen Plätzen und aus zahlreichen Gassen klingt Musik. Nachts beginnt ein zweites Leben, während eine junge Szene mit neuen Ideen für nachhaltige Produkte, Gastronomie und Design auf sich aufmerksam macht.

Lissabon während der Reise von Batin Mumcu im Jahr 2014
Lissabon während meiner Reise im Jahr 2014 (Foto: Batin Mumcu)

Ich bin als Weinjuror zu Gast bei einer Bio-Messe in der historischen Arena Campo Pequeno. Drei arbeitsreiche Tage lang darf ich die Ehrenloge von Francisco Martins, Curro Caro 1935, als Arbeitsplatz nutzen. Produzentinnen und Produzenten werden nacheinander in die Loge geführt. In kurzen Gesprächen und Verkostungen lerne ich ihre Weine, Lebensmittel und Arbeitsweisen kennen. Kaum ein kulinarischer Wunsch scheint in Portugal unerfüllbar. Wein, Olivenöl, Obst, Gemüse, Käse, Fisch und Meeresfrüchte spiegeln die Vielfalt von Klima, Böden und Küstenlandschaften.

Bio-Messe im Campo Pequeno in Lissabon
Bio-Messe im Campo Pequeno (Foto: Batin Mumcu)

Campo Pequeno bedeutet „kleines Feld“ und liegt nördlich des historischen Zentrums im Gebiet der Avenidas Novas. Die heutige Arena wurde 1892 eröffnet und 2006 grundlegend erneuert. Das markante Gebäude im neomaurischen Stil dient weiterhin der portugiesischen Stierkampftradition, wird aber ebenso für Konzerte, Ausstellungen, Märkte und andere Veranstaltungen genutzt. Unter der Arena befindet sich ein Einkaufszentrum. Gerade dieser Kontrast zwischen historischer Architektur, kontroverser Tradition und moderner Nutzung macht den Ort bemerkenswert.

Campo Pequeno und die Bio-Messe in Lissabon
Im Campo Pequeno während der Bio-Messe (Foto: Batin Mumcu)

Das Gold Portugals liegt in den autochthonen Rebsorten


Schon bei einer früheren Weinmesse in Sintra hatte ich Produzenten nach alternativen und nachhaltigeren Produktionsweisen gefragt. Damit bewegte ich mich in einem sensiblen Feld. Ich befürchtete sogar, künftig keine Einladung mehr als Weinjuror zu erhalten. Mein kritisches Interview im portugiesischen Weinmagazin „Vinhos“ erschien jedoch, ohne dass meine zentralen Aussagen der erwarteten Zensur zum Opfer fielen.

„Das Gold portugiesischer Weine liegt in den eigenen autochthonen Rebsorten.“

Batin Mumcu

Das war und ist meine Botschaft. Portugal besitzt mehr als 250 heimische Rebsorten und damit einen Schatz, der dem Land ein unverwechselbares Profil verleiht. Touriga Nacional, Touriga Franca, Baga, Castelão, Encruzado, Arinto, Alvarinho oder Fernão Pires erzählen von ihren Regionen, statt lediglich einen internationalen Stil zu kopieren.

Gespräch mit einem portugiesischen Produzenten während der Bio-Messe
Im Gespräch mit einem portugiesischen Produzenten (Foto: Batin Mumcu)

Natürlich können auch Chardonnay, Merlot oder Syrah in Portugal gute Weine hervorbringen. Für den Weintourismus liegt die größte Faszination jedoch dort, wo Rebsorte, Landschaft, Klima, Boden und Kultur eine eigenständige Verbindung eingehen. Ich reise nicht nach Portugal, um Bekanntes wiederzufinden. Ich möchte Weine entdecken, die nur hier so schmecken können.

Authentizität ist dabei kein nostalgischer Gegenentwurf zur Moderne. Sie kann ein wirtschaftlicher Vorteil sein. Gerade in einem internationalen Markt voller austauschbarer Geschmacksbilder bieten die regionalen Rebsorten Portugals Differenzierung, Herkunft und eine überzeugende Geschichte. Die heutige Sichtbarkeit portugiesischer Weine bestätigt, wie wertvoll dieses Profil ist.

Verkostung portugiesischer Weine und Spezialitäten
Verkostung portugiesischer Weine und Spezialitäten (Foto: Batin Mumcu)

Bio-Weinbau: Anspruch, Grenzen und Verantwortung


Die Bio-Messe zeigt, wie stark das Interesse an zertifizierten und nachhaltig produzierten Lebensmitteln bereits 2014 war. Für den Weinbau ist der Weg allerdings komplex. Reben sind Pilzkrankheiten und wechselnden Witterungsbedingungen ausgesetzt. Auch ökologisch arbeitende Betriebe kommen deshalb nicht grundsätzlich ohne Pflanzenschutz aus.

Im ökologischen Weinbau dürfen nur zugelassene Wirkstoffe und Verfahren eingesetzt werden. Dazu gehören unter festgelegten Bedingungen auch Schwefel und Kupferverbindungen. Kupfer ist wirksam, kann sich aber im Boden anreichern und bleibt deshalb eine ökologische Herausforderung. Die europäischen Regeln begrenzen seine Anwendung. Viele Winzer versuchen, die eingesetzten Mengen durch widerstandsfähige Sorten, genaue Wetterbeobachtung, bessere Durchlüftung der Laubwand und andere vorbeugende Maßnahmen weiter zu reduzieren.

Nachhaltig produzierte Lebensmittel auf der Bio-Messe in Lissabon
Produkte auf der Bio-Messe in Lissabon (Foto: Batin Mumcu)

Ein Bio-Siegel garantiert somit nicht, dass überhaupt keine Pflanzenschutzmittel verwendet wurden. Es steht jedoch für ein anderes, kontrolliertes Regelwerk mit eingeschränkten Mitteln, vorgeschriebenen Verfahren, Dokumentation und regelmäßiger Kontrolle. Bio und konventionell unterscheiden sich also keineswegs nur durch die Menge der eingesetzten Stoffe. Entscheidend sind auch die Art der Mittel, der Umgang mit Boden und Biodiversität sowie die Transparenz gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

„Bio bedeutet nicht: ohne Pflanzenschutz. Es bedeutet: nach überprüfbaren ökologischen Regeln arbeiten.“

Die berechtigte kritische Frage lautet deshalb nicht, ob Bio und konventionell identisch seien. Sie lautet vielmehr: Wie konsequent reduzieren Betriebe Risiken, wie transparent erklären sie ihre Arbeit und wie glaubwürdig entwickeln sie ihre Methoden weiter? Zertifizierung ist ein wichtiger Maßstab, aber kein Ersatz für fachliche Einordnung.


Portugal im Weinglas


Portugal wirkt auf mich modern, aufgeschlossen und gastfreundlich. Seine Weinwelt ist vielfältiger, als viele deutsche Konsumentinnen und Konsumenten vermuten. Bekannt sind Portwein und Vinho Verde, doch zwischen Minho, Douro, Dão, Bairrada, Tejo, Lisboa, Alentejo, Setúbal und der Algarve wartet eine enorme stilistische Bandbreite. Das Preis-Genuss-Verhältnis ist häufig ausgezeichnet.

Lissabon ist dafür ein idealer Ausgangspunkt. In Weinbars, Restaurants, Markthallen und spezialisierten Verkostungsräumen lassen sich Weine aus nahezu allen Regionen des Landes entdecken. Dazu kommen eine maritime Küche, frischer Fisch, Meeresfrüchte und die selbstverständliche Verbindung von Essen, Musik und Geselligkeit.

Wie sich Portugals Wein- und Tourismusbranche seitdem weiterentwickelt hat, zeigt auch mein Bericht über den GWTO Global Summit 2026 im Alentejo. Weitere Reisegeschichten und Weinregionen finden Sie im Portugal-Archiv von WEINPILOT.

Mein Fazit bleibt deshalb einfach: Probieren Sie Portugal nicht über internationale Rebsorten, die Sie bereits kennen. Beginnen Sie mit seiner Eigenständigkeit. Bestellen Sie einen Wein aus einer autochthonen Sorte, fragen Sie nach seiner Region und lassen Sie sich überraschen. Vielleicht öffnet sich dabei dieselbe Tür zu einer neuen Weinwelt, die sich auch für mich in Lissabon geöffnet hat.

Marktkultur und regionale Produkte im Mercado de Lisboa
Marktkultur in Lissabon: regionale Produkte und portugiesische Lebensart (Foto: Batin Mumcu)

Hinweis: Die Reise und die beschriebenen Begegnungen fanden 2014 statt. Der Beitrag enthält Werbung und wurde 2026 sprachlich, strukturell und fachlich aktualisiert.

Lissabon: Sehenswürdigkeiten, Fado und die schönsten Stadtviertel

Lissabon ist erstaunlich.

Hügel um Hügel entdecke ich die Reize der portugiesischen Hauptstadt. Durch die Gassen klingt Fado, jene melancholische Musik, die so eng mit Lissabon verbunden ist. Die Stadt am Tejo wird traditionell als Stadt der sieben Hügel bezeichnet. Von ihren zahlreichen Miradouros öffnen sich immer neue Perspektiven auf rote Ziegeldächer, Kirchtürme, das breite Flussmündungsgebiet und das Licht des Atlantiks.

Lissabon gehört zu den ältesten Städten Europas. Phönizier, Römer und Mauren prägten den Ort lange vor der Entstehung des heutigen Portugal. Einen tiefen Einschnitt markierte das Erdbeben vom 1. November 1755, dem Brände und eine Flutwelle folgten. Große Teile der Stadt wurden zerstört. Der planmäßige Wiederaufbau der Baixa unter dem Marquês de Pombal prägt das Zentrum bis heute.


Baixa und Praça do Comércio: das repräsentative Zentrum


Die Baixa ist das geschäftige Herz Lissabons. Zwischen dem Rossio und der Praça do Comércio verlaufen geradlinige Straßen mit Geschäften, Cafés und historischen Fassaden. Unter den Füßen liegen die charakteristischen Calçadas portuguesas, kunstvoll aus hellen und dunklen Steinen gesetzte Pflastermosaike. Sie gehören zum Stadtbild, verlangen bei Regen aber etwas Aufmerksamkeit.

Baixa, das historische Zentrum von Lissabon
Die Baixa im Zentrum von Lissabon (Foto: Batin Mumcu)

An der Praça do Comércio öffnet sich die Stadt zum Tejo. Der Arco da Rua Augusta erinnert an den Wiederaufbau nach dem Erdbeben und bildet den monumentalen Übergang zur gleichnamigen Einkaufsstraße. Wer nach oben steigt, wird mit einem weiten Blick über den Platz, die Dächer der Baixa und den Fluss belohnt.

Arco da Rua Augusta in Lissabon
Arco da Rua Augusta (Foto: Batin Mumcu)
Praça do Comércio am Tejo in Lissabon
Praça do Comércio am Tejo (Foto: Batin Mumcu)

Alfama: Gassen, Fado und gelebte Geschichte


Alfama ist das alte Lissabon in konzentrierter Form. Treppen, verwinkelte Gassen und kleine Plätze ziehen sich den Hang hinauf. Aus Restaurants und Bars erklingt Fado, aus offenen Fenstern dringt der Alltag des Viertels. Der Duft gegrillter Sardinen gehört ebenso dazu wie die Festas de Lisboa im Juni, wenn besonders der heilige Antonius gefeiert wird. Er wurde um 1195 in Lissabon geboren und ist eng mit der Identität der Stadt verbunden.

Zwischen Alfama und dem Castelo de São Jorge steht die Sé de Lisboa, die Kathedrale der Stadt. Auch die Raben im Lissabonner Stadtwappen erzählen von der Geschichte des Ortes. Sie begleiten dort ein Schiff und verweisen auf die Legende des heiligen Vinzenz, des Schutzpatrons von Lissabon.

Sé de Lisboa, die Kathedrale von Lissabon
Sé de Lisboa, die Kathedrale der Stadt (Foto: Batin Mumcu)

Straßenbahn und Elevador de Santa Justa


Unvergesslich sind die historischen Straßenbahnen, die sich zwischen dem Castelo, Alfama und der Baixa durch enge Straßen bewegen. Sie passieren Aussichtspunkte wie den Miradouro de Santa Luzia, die Kathedrale und die Igreja de Santo António, bevor sie wieder in die Unterstadt hinabfahren.

Ein weiteres Wahrzeichen ist der Elevador de Santa Justa. Der neugotische Aufzug verbindet die tiefer gelegene Baixa mit dem Largo do Carmo. Entworfen wurde er vom portugiesischen Ingenieur Raoul Mesnier de Ponsard. 1902 nahm er den Betrieb auf, zunächst mit Dampfantrieb, ab 1907 elektrisch. Seine Eisenkonstruktion erinnert viele Besucher an Gustave Eiffel. Eine belegte Ausbildung Ponsards bei Eiffel lässt sich jedoch nicht nachweisen. Von oben bietet sich ein eindrucksvoller Blick über das Zentrum.

Elevador de Santa Justa in Lissabon
Der Elevador de Santa Justa verbindet die Baixa mit dem Largo do Carmo (Foto: Batin Mumcu)

Castelo de São Jorge und Lissabons Miradouros


Über Alfama erhebt sich das Castelo de São Jorge. Von den Mauern und Terrassen reicht der Blick über die roten Dächer der Altstadt bis zum Tejo. Der Weg hinauf führt durch Graça und die engen Straßen rund um das Castelo. Gerade am frühen Morgen oder am späteren Nachmittag zeigt sich hier, wie eng Geschichte, Wohnviertel und Aussichtspunkte in Lissabon miteinander verbunden sind.

Neben dem Miradouro das Portas do Sol und dem Miradouro de Santa Luzia lohnen sich auch der Miradouro da Graça, Senhora do Monte und São Pedro de Alcântara. Jeder dieser Orte öffnet eine andere Perspektive auf die Stadt: auf Alfama, die Baixa, das Castelo, die Ponte 25 de Abril oder das breite Mündungsgebiet des Tejo. Die Aussichtspunkte sind keine bloßen Fotokulissen. Sie gehören zum sozialen Leben Lissabons, mit Kiosken, Musik und langen Gesprächen im Abendlicht.


Belém: Weltkulturerbe am Tejo


Westlich des Zentrums liegt Belém, einer der geschichtsträchtigsten Stadtteile Lissabons. Das Mosteiro dos Jerónimos und die Torre de Belém erinnern an die Epoche der portugiesischen Seefahrt. Beide Bauwerke gehören zum UNESCO-Welterbe. Am Ufer erhebt sich außerdem das Padrão dos Descobrimentos, das Denkmal der Entdeckungen. Von hier wirkt der Tejo fast wie ein Vorraum des Atlantiks.

Belém verbindet historische Monumente mit zeitgenössischer Kultur. Das Centro Cultural de Belém und das MAAT, das Museum für Kunst, Architektur und Technologie, setzen moderne Akzente am Fluss. Zu einem Besuch gehört für viele Reisende auch ein warmes Pastel de Nata. Die berühmten Pastéis de Belém werden in unmittelbarer Nähe des Klosters gebacken und haben den Stadtteil auch kulinarisch weltweit bekannt gemacht.


Chiado, Bairro Alto und Cais do Sodré


Chiado ist das elegante, literarisch geprägte Lissabon. Buchhandlungen, historische Cafés, Theater und Geschäfte verbinden die Baixa mit dem Bairro Alto. Rund um den Largo do Chiado und die Rua Garrett begegnen sich Tradition und urbaner Alltag. Das Café A Brasileira mit der Statue Fernando Pessoas erinnert an die große literarische Geschichte des Viertels.

Am Abend verlagert sich das Leben in die Gassen des Bairro Alto und hinunter nach Cais do Sodré. Kleine Bars, Fado-Lokale und Restaurants prägen die Atmosphäre. Der Elevador da Bica verbindet beide Ebenen der Stadt. Am Tejo laden die Uferpromenade und der Mercado da Ribeira zu einer Pause ein. Lissabon zeigt sich hier jung und international, ohne seine alten Quartiere vollständig hinter sich zu lassen.


Lissabon schmecken: Märkte, Bacalhau und Pastéis de Nata


Die Küche Lissabons ist eng mit dem Atlantik verbunden. Gegrillte Sardinen, Bacalhau in zahlreichen Zubereitungen, Tintenfisch, Muscheln und andere Meeresfrüchte gehören ebenso dazu wie Petiscos, die portugiesische Antwort auf kleine Gerichte zum Teilen. In traditionellen Tascas wird unkompliziert gegessen, während moderne Restaurants regionale Produkte neu interpretieren.

Zum süßen Stadtbild gehören Pastéis de Nata, mit Zimt bestreut und am besten noch warm gegessen. Ein Glas Ginjinha, der traditionelle Sauerkirschlikör, passt zu einem kurzen Halt zwischen Rossio und Alfama. Wer portugiesische Weine entdecken möchte, findet in Lissabons Weinbars eine große Auswahl aus Regionen wie Lisboa, Tejo, Alentejo, Dão, Douro, Bairrada und Minho.


Ausflüge von Lissabon: Cascais und Praia do Guincho


Lissabon ist auch ein idealer Ausgangspunkt für die Atlantikküste. Cascais liegt westlich der Hauptstadt an einer geschützten Bucht. Der frühere Fischerort verbindet Strände, eine elegante Uferpromenade und historische Villen. Von Lissabon lässt sich Cascais bequem als Tagesausflug erreichen.

Weiter nördlich liegt die wilde Praia do Guincho. Wind, Wellen und die offene Atlantikküste prägen diesen Strand am Naturpark Sintra-Cascais. Guincho bildet einen starken Kontrast zu den dichten Gassen der Hauptstadt. Weitere Reiseberichte finden Sie im Portugal-Archiv von WEINPILOT.


Praktische Hinweise für die Stadt auf sieben Hügeln


Lissabon erkundet man am besten zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bequeme Schuhe sind wegen der steilen Straßen und des glatten Kopfsteinpflasters besonders wichtig. Historische Straßenbahnen und Standseilbahnen sind ein Erlebnis, können zu den beliebtesten Zeiten aber sehr voll werden. Wer früh startet, erlebt Alfama, Belém und die Aussichtspunkte deutlich ruhiger.

Für den ersten Besuch empfiehlt es sich, die Stadt nach Vierteln zu entdecken, statt möglichst viele Sehenswürdigkeiten an einem Tag abzuhaken. Baixa und Chiado lassen sich gut miteinander verbinden, ebenso Alfama, Castelo und Graça. Belém verdient einen eigenen halben oder ganzen Tag. So bleibt Zeit für jene ungeplanten Augenblicke, die den Charakter Lissabons ausmachen.


Lissabon als Tor zu Portugals Weinkultur


Die Hauptstadt ist nicht nur ein Reiseziel, sondern auch ein Schaufenster der portugiesischen Weinwelt. Bei meinem Besuch im Jahr 2014 lernte ich im Campo Pequeno Produzentinnen und Produzenten, autochthone Rebsorten und die damalige Bio-Szene näher kennen. Diesen persönlichen Teil meiner Reise erzähle ich in einem eigenen Beitrag über meine Arbeit als Weinjuror in Lissabon.

Mein Fazit: Lissabon lässt sich nicht auf eine Liste von Sehenswürdigkeiten reduzieren. Die Stadt lebt von ihren Gegensätzen: maurische Gassen und pombalinische Ordnung, Fado und moderne Stadtkultur, historische Straßenbahnen und zeitgenössische Museen, Atlantikluft und das warme Licht über dem Tejo. Wer sich Zeit für die einzelnen Viertel nimmt, entdeckt hinter den bekannten Bildern eine Stadt mit vielen eigenen Stimmen.

Hinweis: Die Reise und die beschriebenen Begegnungen fanden 2014 statt. Der Beitrag wurde 2026 sprachlich, strukturell und fachlich aktualisiert und um weitere Sehenswürdigkeiten ergänzt.